Krebsvorsorge und Krebsnachsorge
 

Krebsvorsorge und Krebsnachsorge

Prävention

Durch Ihre Lebensführung können Sie positiv Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen, denn die meisten Erkrankungen sind nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben.

Die Primärprävention umfasst gesundheitsbewußtes Verhalten. Sie soll das erstmalige Auftreten von Krankheiten vermeiden.

Wichtig sind hierfür:

  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige körperliche Bewegung
  • ausreichend Erholung
  • Vermeiden von Nikotin und übermäßigem Alkoholgenuss
  • Vermeiden von anderen Drogen
  • Schutzimpfungen (z.B. HPV-Impfung)

Die Sekundärprävention bezeichnet die regelmäßige Teilnahme an Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.

Krebsfrüherkennung

Krebsfrüherkennung

Erkrankungen wie Krebs können uns in jedem Lebensabschnitt treffen, mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko jedoch zu. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen können Krebsvorstufen oder Erkrankungen im Frühstadium erkannt und oft dauerhaft geheilt werden. Jeder Frau steht ab dem 20. Lebensjahr jährlich eine Vorsorgeuntersuchung zu.

Aktuelles: Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs sind Änderungen durch den Gesetzgeber zu erwarten. Bitte lesen Sie weitere Informationen hierzu:
Patienteninformation des Berufsverbands der Frauenärzte e.V.

Vor jeder Untersuchung findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem auf alle Fragen, Beschwerden und Probleme eingegangen wird. Die Untersuchung ist abhängig vom Lebensalter.







K

Vorsorge ab 20

  • Gespräch
  • Inspektion der äußeren Genitalien, der Haut und des Muttermundes
  • Krebsabstrich vom Gebärmutterhals (PAP-Abstrich)
  • Gynäkologische Tastuntersuchung des Unterbauchs

Wunschleistungen:

  • Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens
  • Thin-prep (Dünnschichtzytologie) Abstrich
  • HPV-Test

Vorsorge ab 30

  • Gespräch
  • Inspektion der äußeren Genitalien, der Haut und des Muttermundes
  • Krebsabstrich vom Gebärmutterhals (PAP-Abstrich)
  • Gynäkologische Tastuntersuchung des Unterbauchs
  • Untersuchung der Brust

Wunschleistungen:

  • Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens
  • Thin-prep (Dünnschichtzytologie) Abstrich
  • HPV-Test
  • Ultraschall der Brust

Vorsorge ab 50

  • Gespräch
  • Inspektion der äußeren Genitalien, der Haut und des Muttermundes
  • Krebsabstrich vom Gebärmutterhals (PAP-Abstrich)
  • Gynäkologische Tastuntersuchung des Unterbauchs
  • Untersuchung der Brust
  • Enddarmuntersuchung
  • Haemoccult-Test
  • Mammographiescreening
  • ab 55. Lebensjahr: Darmspiegelung

Wunschleistungen:

  • Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens
  • Thin-prep (Dünnschichtzytologie) Abstrich
  • HPV-Test
  • Ultraschall der Brust
  • Immunologischer Test zur Früherkennung von Darmkrebs und Vorstufen
  • Immunologischer Test zur Früherkennung von Blasenkrebs
  • Bestimmung von Tumormarkern im Blut

PAP-Abstrich

Bei dem nach Papanicolaou benannten Test werden Zellen von der Oberfläche des Muttermundes und aus dem Gebärmutterhalskanal entnommen. Die Entnahme erfolgt mit einem dünnen Bürstchen und ist im Allgemeinen nicht schmerzhaft.

Es können entzündliche Veränderungen der Zellen, Vorstufen von Krebszellen und Krebszellen entdeckt werden.

Der PAP-Test hat eine Treffsicherheit zwischen 80-90%.

Ultraschall des kleinen Beckens

Die Ultraschalluntersuchung des kleinen Beckens mittels einer Vaginalsonde ist eine Methode zur Entdeckung von Veränderungen innerhalb der Gebärmutter, von Tumoren und Cysten in/an der Gebärmutter, den Eierstöcken und der Blase. Durch die Nähe der eingeführten Sonde zu diesen Organen ist die Aussagekraft der Untersuchung sehr hoch. In der Medizinforschung gilt die Ultraschalluntersuchung als das genauste bildgebende Verfahren für diese Organe.

Die Untersuchung ist schmerzlos und risikofrei.

HPV-Test

Der Human Papilloma Virus (HPV) ist der wichtigste Auslöser bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Das Virus wird ausschließlich sexuell übertragen.

Man schätzt, dass ca. 40 – 50 % aller Frauen in ihrem Leben Kontakt mit den HP-Viren haben.

Thin-Prep

Bei der Dünnschichtzytologie werden die Zellen mit einem speziellen Bürstchen vom Gebärmutterhals entnommen. Durch eine besondere Spezialpräparation können die entnommenen Zellen wesentlich genauer untersucht werden. Genauso wie beim Pap-Abstrich werden hier Zellen auf Entzündungen, Vorstufen von Krebszellen und Krebszellen untersucht.

Ultraschall der Brust

Bei der strahlen-und schmerzfreien Ultraschalluntersuchung der Brustdrüsen können nicht tastbare Veränderungen des Gewebes (Cysten und Tumore) erkannt werden.

Bei dichtem und sehr knotigem Gewebe ist die Tastuntersuchung oft schwer und ungenau. Der Ultraschall ist der Röntgenuntersuchung bei diesem Gewebe überlegen.

Dies trifft vor allem bei Patientinnen unter 50 Jahren zu.

Immunologischer Stuhltest

Bei Frauen und Männern gehört das Dickdarmcarcinom zu den häufigsten Krebserkrankungen. Im Frühstadium erkannt, ist es zu 90% heilbar.

Der immunologische Stuhltest findet durch eine sehr empfindliche Nachweismethode auch kleinste Mengen von menschlichem Blut im Stuhl. So werden häufig schon die Vorstufen von Darmkrebs erkannt (z.B. Polypen), die bei einer Darmspiegelung entfernt werden können.

Haemoccult–Test

Ab dem 50. Lebensjahr sieht die Krankenkasse diesen Stuhlbrieftest jährlich vor.

Mit dem 55. Lebensjahr steht Ihnen der Stuhlbrieftest alle 2 Jahre zu. Darüberhinaus gibt es die Möglichkeit eine Darmspiegelung durchführen zu lassen.

Immunologischer Test zur Früherkennung von Blasenkrebs

Der NMP-Blasentest wird aus einer Urinprobe vorgenommen.

Besonders bei Risikopatientinnen (Patienten mit häufigen Blasenentzündungen, Raucherinnen, Friseurinnen und Frauen, die ihre Haare dunkel färben) ist es sinnvoll mit Hilfe dieses Tests eine Untersuchung auf Tumorzellen im Urin durchzuführen.

Mammographiescreening

Das Mammographiescreening ist eine Reihen-Röntgenuntersuchung der Brust bei Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr. Die Röntgenaufnahmen werden von zwei speziell ausgebildeten Ärzten unabhängig voneinander begutachtet. Das Ergebnis wird Ihnen und uns schriftlich zugeschickt.

Weitere Infos unter: www.mammographiescreening.org

 

Krebsnachsorge

Der Betreuung nach einer Krebserkrankung kommt eine besondere Bedeutung zu.

Regelmäßige Gespräche und Untersuchungen, sowie Beratungen über die besten Therapiemöglichkeiten sind von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf. Die Tumornachsorge erfolgt nach den neusten Richtlinien entsprechend den Empfehlungen der Deutschen Gynäkologischen Gesellschaft und in enger Zusammenarbeit mit der Klinik, welche die Erstbehandlung durchgeführt hat.

In den ersten 3 Jahren werden die Nachuntersuchungen in der Regel alle 3 Monate, im 4. und 5. Jahr halbjährlich, ab dem 6. Jahr jährlich durchgeführt.

Für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, besteht die Möglichkeit am DMP (Disease Management Program) teilzunehmen. Es geht hier um eine strukturierte und standardisierte Nachbetreuung. Für Ärzte bedeutet die Teilnahme eine Verpflichtung zur regelmäßigen Weiterbildung und eine enge Zusammenarbeit mit den DMP-zugelassenen Kliniken.

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